MAIEUTISCHES STÖHNEN

KE CARIUS

MAIEUTISCHES STÖHNEN

ÜBER ÄSTHETISCHE BILDUNG
EIN FALL VON DESIGN-POETIK

Dinge, mit der Wirkkraft des "Über-sich-hinaus-Seins".
Ästhetische Produktion aus der Inspiration philosophischer Überlegungen.

Mit einem Essay von Bazon Brock und einem Epilog von Ralf Schnell


ATHENA|wbv

228 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen, Klappenbroschur
21 x 26 cm
ISBN: 9783763972401
34,90 €

Ein Manifest der Lehrkunst von KE Carius. Sie geht von philosophischen Betrachtungen aus, ist konzeptuell interdisziplinär angelegt, inspiriert durch Kreativität und Einfallsreichtum und ist impulsgebend für originelles und zukunftsweisendes Denken im Bereich Ästhetischer Produktion - was die Bildung angehender Lehrerinnen und Lehrer betrifft.

Der gestalterisch hochwertige Band thematisiert eine Auswahl von Projekt- und Studienarbeiten, die im Rahmen des Studiengangs Designpädagogik zwischen 1995 und 2008 an der Universität Vechta entstanden.

Themen der Arbeiten sind existenzielle, umweltbezogene und konsumrelevante Fragestellungen, in denen sich komplexe Denk- und Erkenntnisprozesse entfalten. Im Vordergrund steht eine ästhetische Praxis als Zugang zu problemlösender Intelligenz und Kreativität, mit der Lehrkräfte sich gestalterische Kompetenz aneignen und aus dem eigenen kreativen Potenzial schöpfen lernen.

Carius setzt mit seinem Werk "Maieutisches Stöhnen" hohe Maßstäbe für die Bildung von Lehrerinnen und Lehrern im Kontext Ästhetischer Bildung. Mit seinem "Blick ins Land ästhetischer Unbildung" zeichnet er ein Bild der Agonie und verdeutlicht zugleich, dass sie zu überwinden ist.

"Apropos 'Maieutisches Stöhnen': Die Lesenden dürfen auf das Stöhnen der erfolgreich Gebärenden durchaus mit Freudenrufen antworten. Ihr Ruf mag lauten: Karl-Eckhard Carius ist bestätigt als einer der einfallsreichsten Lehrkünstler der bundesrepublikanischen Hochzeit." (Bazon Brock)

ATHENA|wbv  2022

 

Stimmen zum Buch:

PORTAL Kunstgeschichte
PD Dr. Dr. Melanie Obraz

Die Mutter des Sokrates war Hebamme. Die griechische Bezeichnung »Maieutik« für Hilfestellung beim Hervorbringen durch Gebären übernahm Sokrates für seine Methode. Er bot seinen Zeitgenossen an, ihnen bei geistigen Geburten zu assistieren. Was das alles mit Design zu tun hat? Melanie Obraz hat sich in das aktuelle Buch vertieft und eine Rezension verfasst.

Wolfgang Martin Roth
Schriftsteller und Psychotherapeut, Wien

»Dieses Buch hat mich voll begeistert. Es ist innovativ, visionär und weist auf eine sehr spezifische Weise über die Kunst-und Designpädagogik hinaus, indem literarische und philosophische Perspektiven als gleichrangige produktive Inspirationsquellen fruchtbar gemacht werden. Dadurch, dass der akademische Lehrer und Künstler KE Carius mit seinem sokratischen Lehrkonzept an der Universität Vechta eben nicht belehren wollte, ist es ihm gelungen, seine Studenten zu inspirieren, an sich selber zu glauben. Indem er sich zudem auf besondere Weise selber ins das Produktionsgeschehen der vorgestellten Kunstwerke und Installationen einbrachte, sind einzigartige Projekte entstanden, die in diesem Buch, graphisch hoch qualitativ, dokumentiert werden.

Wenn der Philosoph Odo Marquard Recht hat in seiner Analyse, dass in der ungeheuren Geschwindigkeit unserer Konsum- und Wirtschaftswelt die Künste sich als ein unverzichtbares  Moment der Langsamkeit erwiesen haben, dann muss man, gerade angesichts der smartphone – und computerindustriellen Milliardisierung der Bilder , der ästhetischen Bildung einen absolut prioritären Rang einräumen. Wie das auf universitärer Ebene großartig umsetzbar ist, zeigt dieses Buch.«




 

 

CARIUS #68+
IM LABYRINTH DER EREIGNISSE

AKTION, INSTALLATION, FOTOGRAPHIE, ZEICHNUNG, POESIE UND PROSA

Herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von dem Literatur- und Medienwissenschaftler Prof. Dr. Ralf Schnell.

UNTER MITWIRKUNG VON:
MATTHIAS ATTIG
GISELA CARIUS
HANS-JÜRGEN METZ

MIT EINEM ESSAY VON BAZON BROCK

DISTANZ Verlag

 

 

Blicke auf Denkwege, Aktionen und antizipatorische Projekte des Künstlers Karl-Eckhard Carius in der 68er-Phase. Das Buch enthält bislang unveröffentlichte Texte, autobiografische Reflexionen, Fotografien, Installationen, Zeichnungen und literarische Notate. Es ist das künstlerische Dokument einer Zeit des Aufbruchs und der Rebellion. Die Arbeiten dokumentieren die fundamentale Erweiterung des Kunstbegriffs, insbesondere der Bildhauerei, zu einer umfassenden ästhetischen Praxis und zu einer politischen, sich selbstentfesselnden Kunst. Sie zeigen Wahrnehmungsformen, Prozesse der Selbstbegegnung, des ständigen Experiments – auf der Suche nach neuen künstlerischen Ausdrucksformen und Strategien.

Darüber hinaus gibt die Publikation Einblicke in ein bislang nicht aufgearbeitetes Kapitel der Hochschule für bildende Künste Berlin (heute Universität der Künste), ihre Protagonisten, Akteure und Motive: »Die Entführung des Akademieprofessors Bernhard Heiliger ins Paradies – Ein Attentat auf das Realitätsprinzip« (Berlin 1969) reflektiert die kritische Auseinandersetzung mit der tradierten und konventionellen Kunst-Ausbildung. Diese Aktion beinhaltet gleichermaßen ein Scheitern und die Fähigkeit, radikal zu experimentieren. »Historische Bedeutung erhält das Projekt« - konstatiert Bazon Brock - »durch ein von Jean Baudrillard 1978 bis in die letzte Formulierung mit Carius’ Gründungstext gleichlautendes Programm«. Brock bezeichnet Carius als »einen der wenigen Überlebenden der damaligen Glücksradikalität«.

»Dieses Buch« - so der Herausgeber Prof. Dr. Ralf Schnell - »ist eineMomentaufnahme, sein Titel ein Programm. #68+: Das sind Szenen und Skizzen, Installationen und Assoziationen, Fotografien und Zeichnungen, literarische Texte und Erinnerungsfetzen - Facetten eines historischen Augenblicks. #68+ bietet Bilder und Eindrücke aus dem Inneren eines bis heute nachwirkenden Labyrinths. Ein Labyrinth, das in sich die Vielfalt der divergierenden Bewegungen und Strömungen, gesellschaftlichen Eruptionen, kulturellen Verwerfungen und intellektuellen Anstöße dieser Zeit zusammenfasst.«


PROF. DR. BAZON BROCK
Denker im Dienst und Künstler ohne Werk, ist emeritierter Professor am Lehrstuhl für Ästhetik und Kulturvermittlung an der Bergischen Universität Wuppertal

In seinem Einführungsvortrag am 29. November 2018 zur Ausstellung KE CARIUS — BODENWORTE//URWORTE 68, Geblieben auf dem Schlachtfeld der Begriffe im Kunsthaus Dahlem äußerte Bazon Brock über das Buch CARIUS #68+, Im Labyrinth der Ereignisse:
»Dies ist der bedeutendste Band über „68“, den es überhaupt über einen Künstler gibt. Und das kann man sagen, wenn man im Regal 80 Bände zu solcher memoraren und analytischen Theorie vor sich hat. Es ist wirklich einmalig präzise, unprätentiös und besteht nicht aus radiographischen Überhöhung oder nachträglichen Rechtfertigungen. Das Eingeständnis ist eigentlich grandios, wenn Sie bedenken, dass 68 keineswegs - der Bruch mit den Regeln war.« [...]


DR. WOLFGANG KRAUSHAAR
Chronist der 68er-Bewegung

»Nicht enträtseln, sondern das Rätselhafte sichtbar machen. — Wenn heute, ein halbes Jahrhundert danach, noch immer von einer “Chiffre 68" gesprochen wird, dann hängt das nicht zuletzt damit zusammen, dass die studentische Revolte auch das Produkt künstlerischer Avantgarden gewesen ist. Wer sich vom Phantasieschub jener Jahre einen sinnfälligen Eindruck machen will, der sei auf die Publikation von Karl-Eckhard Carius verwiesen, in der der Künstler und Designer davon Zeugnis abgelegt hat, wie funkensprühend sich aus dem Elfenbeinturm ausbrechen lässt.«



PROF. DR. JÖRG DÖRING 

Universität Siegen, Germanistik – Neuere deutsche Philologie, Medien- und Kulturwissenschaft

 

»Da fickt der Himmel die Erde vor Begeisterung! Das Buch liegt derzeit hier als Coffeetable-Attraktion auf meinem Dienstzimmertisch, und alle, die rein kommen, greifen es sich sofort und kommen - wie ich - kaum davon los. Toll!«

 

WOLFGANG TÜRK
Dramaturg, Theater Münster

 

»CARIUS #68+ - was für eine ungewöhnliche Publikation und was für eine Fundgrube für die 68er Jahre!«

 

PROF. DR. VIRIATO SOROMENHO MARQUES
Philosoph, Universidade de Lisboa

»... ein faszinierendes Buch! Es ist so stark, dass es bereit ist, der Erosion der Zeit zu widerstehen. [...] Das Buch #68+ ... ist ein Klassiker geworden!«      


Portugiesische Kulturzeitung, Rezension von Viriato Soromenho Marques, 25.10.2019

„K.-E. Carius: memórias do Maio de 68”
„K.-E. Carius: Blicke auf den Mai 68”       
Übersetzung: Guilherme Dutschke

PORTAL KUNSTGESCHICHTE

Rezension von PD Dr. Dr. habil. Melanie Obraz

»Das Buch selbst gleicht einem Theaterstück, besticht durch zahlreiche Querverbindungen und ist mysteriös, in dem Sinne, dass es der Leserschaft nicht nur Freiräume lässt, sondern jene einfordert.«


KE CARIUS
BODENWORTE
URWORTE 68
GEBLIEBEN AUF DEM SCHLACHTFELD DER BEGRIFFE

30.11.2018 - 07.01.2019
KUNSTHAUS DAHLEM BERLIN

INSTALLATION / ZEICHNUNGEN / FOTOGRAFIE

AUSSTELLUNGSERÖFFNUNG 29.11.2018 / 19:00

Begrüßung: Dr. Dorothea Schöne / Künstlerische Leiterin Kunsthaus Dahlem
Grußwort: Dr. Sabine Ziegenrücker / Vorstand der Bernhard-Heiliger-Stiftung
Buch-Vorstellung: Prof. Dr. Ralf Schnell » CARIUS #68+ / Im Labyrinth der Ereignisse«
Einführung: Prof. Dr. Bazon Brock »Auf dem Weg zur letzten Instanz«

Nicht nur für die bundesrepublikanische Gesellschaft stellte die 68er-Bewegung einen bedeutsamen Umbruch dar. Sie besaß zugleich eine ost- und westeuropäische Dimension, und sie zeigte sich in Asien ebenso wie in Amerika. Sie repräsentierte einen Prozess der Befreiung, der auf viele Bereiche der Gesellschaft und der Politik einwirkte. Für Theodor W. Adorno ging es »nicht nur um den Vietnam-Krieg oder den verstaubten Universitätsbetrieb, es ging um die Befreiung des Menschen« - eine Beobachtung, die in übertragenem Sinne auch für die Bildende Kunst gilt. In dieser Phase studierte Karl-Eckhard Carius an der Hochschule für Bildende Künste Berlin Freie Kunst in der Bildhauerklasse von Bernhard Heiliger und wurde dessen Meisterschüler. Carius löste sich vom Einfluss Heiligers, der ihn jedoch weiterhin förderte und ihm den Freiraum gab, sein künstlerisches Denken im Prozess der Selbstfindung erforschen zu können. „Das betrachtende Leben“ (Aristoteles) wurde für Carius zum metaphysischen und künstlerischen Erkenntnisraum. Es bedeutete in dieser turbulenten Zeitspanne den Aufbruch zu einer prognostizierenden Kunst und damit zu einem Medium der Erkenntnis und Selbsterkenntnis.
50 Jahre nach der Studentenrevolte zeigt das Kunsthaus Dahlem Arbeiten von Carius unter dem Titel »BODENWORTE, URWORTE 68: Geblieben auf dem Schlachtfeld der Begriffe« im Ostflügel des Kunsthauses, dem früheren Heiliger-Atelier. In Korrespondenz mit der Tradition werden die Divergenzen zwischen den Kunstauffassungen, Motiven und Ideen in dieser Phase des Umbruchs sichtbar.

In Kooperation mit der Bernhard-Heiliger-Stiftung und mit freundlicher Unterstützung des Freundeskreis Kunsthaus Dahlem - Bernhard Heiliger e.V. und der
Denkerei, Bazon Brock

Die Ausstellung wird gefördert durch:

Diephaus GmbH. Vechta
Peter Fahling GmbH. Lohne
Oer, Inneneinrichtungen, Bakum-Hausstette


Foto: Yorck Maecke
Foto: Yorck Maecke




 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Ralf Schnell
Buch-Vorstellung
CARIUS #68+
Im Labyrinth der Ereignisse


Anlässlich der Ausstellung
K.E. CARIUS, BODENWORTE/
URWORTE 68 Geblieben auf dem Schlachtfeld der Begriffe.
Kunsthaus Dahlem
29. November 2018

DISTANZ Verlag

CARIUS #68+
ISBN 978-3-95476-268-2
256 Seiten, 210 Farbabbildungen, Hardcover
21 × 26 cm
39,90 €

Vertrieb
DISTANZ Publikationen werden über Edel Germany GmbH vertrieben. Bitte kontaktieren Sie unsere Auslieferungspartner. Bei allen weiteren Anfragen in Bezug auf Distribution und Vertrieb, kontaktieren Sie bitte das Edel Book Sales Department.
edel@kno-va.de
T + 49 (0) 711 78 99 21 38
F + 49 (0) 711 78 99 10 10

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Prof. Dr. Bazon Brock
Einführungsvortrag
»Auf dem Weg zur letzten Instanz«
Ausstellung KE CARIUS // BODENWORTE//URWORTE 68, Geblieben auf dem Schlachtfeld der Begriffe
Kunsthaus Dahlem
29. November 2018

 


Bazon Brock und K.E. Carius





Kunsthaus Dahlem, Einführung
 



Fotos: Yorck Maecke